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#neuland-Ausstellung: Und wie digital bist Du?

Nach wochenlanger, Corona-bedingter Zwangspause darf das Museum für Kommunikation (MfK) Frankfurt wieder öffnen. Das ist auch der Startschuss für die neue Ausstellung der Nemetschek Stiftung: „#neuland: Ich, wir und die Digitalisierung“ ist ab sofort am Schaumainkai zu sehen. Ein Rundgang. 

„Die Corona-Pandemie hat vielleicht die Ausstellungseröffnung verschoben, aber sie hat uns auch gezeigt, wie sehr die Digitalisierung unser Leben momentan beeinflusst“, sagt Dr. Ralf Nemetschek, Vorstandsvorsitzender der Nemetschek Stiftung. „Vom digitalen Schulunterricht, der das Klassenzimmer derzeit ersetzen soll, bis hin zur Corona-App, die die Virusverbreitung nahezu in Echtzeit verfolgt. Gerade das letztgenannte Beispiel hat aber auch gezeigt, dass nicht jede technische Umsetzung unproblematisch ist. Die Ausstellung ist ein guter Ort, um darüber nachzudenken, wie wir mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung umgehen wollen.“

Seit Beginn der Corona-Pandemie boomen digitale Tools: Die Videokonferenz-App „Zoom“ nutzen heute 35 Millionen Menschen, im Vergleich zu 1 Millionen Nutzerinnen und Nutzern im Januar 2020. Gleichzeitig entsteht im Internet auch Raum für Desinformation. Wie ein Brennglas intensiviert die Corona-Krise die Licht- und Schattenseiten der Digitalisierung.

Deshalb wurde die Ausstellung während der Zwangspause um den Themenkomplex „Corona-Pandemie“ ergänzt. Ab 19. Mai finden Besucherinnen und Besucher daher unter anderem einen Zeitstrahl der Pandemie von Entdeckung der Krankheit in China bis hin zu den ersten Lockerungen der Auflagen in Deutschland.

Neu ist auch die Frage: „Welcher Corona-Typ bis Du?“ Zur Auswahl stehen, ausführlich erklärt, sechs Typen:

  • Selbstoptimierer*in,
  • Vorratshalter*in,
  • Sportler*in,
  • Besonnene*r, Macher*in und
  • systemrelevante/r Held*in.

Die Typisierung regt die Besucherinnen und Besucher dazu an, das eigene Verhalten im Umgang mit der Corona-Pandemie zu reflektieren.

 

„Ich wünsche mir, dass die Ausstellung Besucherinnen und Besucher anregt, über die Digitalisierung und ihren Einfluss auf uns als Gesellschaft nachzudenken.“


Silke Zimmermann, Kuratorin

 

Wer bei digital an virtuell denkt, darf sich in der Ausstellung überraschen lassen, denn für eine Schau zum Thema Digitalisierung gibt es erstaunlich viele Exponate zum Anfassen. Die Ausstellung ist in fünf Bereiche eingeteilt: Identität, Kommunikation, Optimierung, Beziehungen und Wissen.

Eine blitzschnelle Einführung in Fachbegriffe liefern runde Holztafeln. Auf einer steht „Ghosting“ und auf der Rückseite findet sich die Erläuterung: „Das Phänomen, in einer Beziehung oder Freundschaft plötzlich vollständig und ohne Begründung den Kontakt abzubrechen.“ Eine andere hölzerne Informationstafel erläutert den Begriff „Sockenpuppe“: Ein fiktives Benutzerkonto, hinter dem kein echter Mensch steht.

Zum Nachtisch ein Date

Einem Buffet gleicht der Bereich Beziehungen, der sich mit der Partnersuche in Zeiten von Tinder und Parship beschäftigt. Auf den Tellern werden einiger der bekanntesten Phänomene im Bereich Online-Dating vorgestellt.

Mit neuer Technik auf alte blicken

Apropos Handy: Das eigene Gerät darf auch genutzt werden, etwa, um QR-Codes einzulesen, die ergänzende Informationen bieten. So erfahren Besucherinnen und Besucher, was vor 125 Jahren revolutionär und sozusagen Neuland für die Gesellschaft war: Bei der ersten Kinoaufführung der Brüder Lumière in Paris im Jahr 1895 flohen die Gäste aus Angst, von dem herannahenden Zug auf der Leinwand überfahren zu werden.  

Die Metapher #neuland im Ausstellungsnamen bezieht sich übrigens zum Teil auf das Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die 2013 sagte „Das Internet ist für uns alle Neuland“. Aber die Ausstellung greift dieses Bild eines unerforschten Gebietes auch auf und entwickelt es weiter: die Digitalisierung als ein Land voll Neuerungen, die es zu entdecken gilt. „Ich wünsche mir, dass die Ausstellung Besucherinnen und Besucher anregt, über die Digitalisierung und ihren Einfluss auf uns als Gesellschaft nachzudenken. Im Moment stelle ich mir vor allem die Frage: Ist die Digitalisierung auch nach der Corona-Krise für uns alle Neuland?“, sagt Silke Zimmermann, Kuratorin und Mitglied der Geschäftsführung der Nemetschek Stiftung.

 

So können Sie die Austellung besuchen

Das Museum für Kommunikation Frankfurt am Schaumainkai 53 hat seit 12. Mai wieder geöffnet. Damit ist auch erstmals die gemeinsame Ausstellung „#neuland: Ich, wir und die Digitalisierung“ von Nemetschek Stiftung und Museumsstiftung Post und Telekommunikation zu sehen.

Für das Museum gelten geänderte Öffnungszeiten, und zwar Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Besucherinnen und Besucher müssen eine einfache Schutzmaske tragen. Desinfektionsmittel und Informationen zu den Hygieneregeln gibt es vor Ort.

Infos zum Museumsbesuch finden Sie auf der Website des Museums. Lesen Sie außerdem das Interview mit Silke Zimmermann zur #neuland-Ausstellung.

 

© Museum für Kommunikation, Fotos: Sven Moschitz

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