Nemetschek Forum

Volksherrschaft oder Zuschauerdemokratie? Wie viel Streit brauchen wir in der Politik? Wie viel Vertrauen braucht die Demokratie? Zu diesen und anderen Fragen bietet das Nemetschek Forum zweimal im Jahr in der Black Box im Gasteig frische Denkanstöße.

Dabei gibt die Diskussionsveranstaltung Raum für den unmittelbaren Meinungsaustausch: Die Zuschauer sind aufgefordert, mittels verschiedener Abstimmungen interaktiv in den Diskussionsverlauf einzugreifen. So entstehen durch unterschiedliche Standpunkte und kontroverse Meinungen in Echtzeit Stimmungsbilder zu aktuellen Themen.

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Die Veranstaltungsreihe wurde 2012 im Rahmen der Stiftungskampagne „Das ist Demokratie.“ ins Leben gerufen. Unter der Moderation von Wolf-Christian Ulrich (ZDF) diskutieren auf dem Podium jeweils drei Gäste über unterschiedliche Aspekte von Demokratie.

Das Forum am 18. April 2018

Die Parteienpolitik in Deutschland durchlebt eine Sinnkrise. Die Wahl hat womöglich das Ende der Volksparteien eingeleitet. Radikale Kräfte und Populismus haben Höchstkonjunktur. Politiker stecken entweder im tatenlosen Konsens fest oder hängen sich starrköpfig und egozentrisch an Banalitäten, um ihrer Macht Ausdruck zu verleihen. Deutschland verliert das Vertrauen in „die da oben.“ Eine GroKo wird vielfach abgelehnt.

Es ist Zeit für eine wahre und reflektierte Auseinandersetzung mit unserer Demokratie. Eine freiheitliche und heterogene Gesellschaft braucht Kompromiss, aber auch das Stehen zu den eigenen Positionen. Es ist ein Tanz, ein Ringen, um die unterschiedlichen Meinungen von unterschiedlichen Menschen auf den bestmöglichen Nenner für uns alle zu bringen. Aber wie gelingt konstruktiver Streit?

Erkennen wir überhaupt noch den Wert von fairen Diskussionen und echten Debatten?

Hören wir wirklich hin? Gestehen wir anderen eigene Positionen zu? Vertrauen wir einander – denen aus der Politik, aber auch denen die so sind wie Du und ich? Und hätten wir eigentlich selbst Lust, uns aktiv politisch zu engagieren?

 

Sosan Azad

„Nehmt einmal die Position des Gegenübers ein, nehmt Euch anders wahr, damit Ihr mögliche Kompromisse überhaupt sehen könnt!“

… sagt die Pädagogin, Familientherapeutin und Mediatorin Sosan Azad. Als Vorsitzende des bundesweit aktiven interdisziplinären Fachverbandes MEDIATION e. V. setzt sie sich für die Verbreitung und die Weiterentwicklung der Verständigung in Konflikten ein. Ein Schwerpunkt ihres Engagements sind Mediationen in politischen Zusammenhängen und im öffentlichen Raum.

(Foto: Jakob Hoff)


Prof. Dr. Thorsten Faas

„Der Kontakt zwischen politischer Mitte und politischen Rändern ist in Gefahr.“

… sagt der Professor für Politische Soziologie der Bundesrepublik Deutschland am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft an der FU Berlin. Er untersucht Wahlen und Wählerverhalten. Seine Beobachtung: Menschen leben zunehmend in abgekapselten Informationsumgebungen, in denen nur ihr eigener Standpunkt verstärkt wird – das genaue Gegenteil von Meinungsvielfalt und Debatte.

(Foto: Bernd Wannenmacher)


Bernd Ulrich

„Die Überzeugungen und die Glaubwürdigkeit der Regierungsparteien haben im Zuge der konsensualen Politik der letzten Jahre arg gelitten.“

… sagt Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der ZEIT. Er verfolgt die Parteienpolitik und findet, entgegengesetzte Ansätze sollten nicht mit Kompromissen überbrückt, verschleiert oder negiert werden. Denn die Parteien haben die Verantwortung, für sich selbst, für ihre Überzeugungen und ihre Glaubwürdig- keit einzustehen.

(Foto: Bettina Theuerkauf)

 

 

 

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