Demokratie geht uns alle an.

Weniger Empörung, mehr Diskurs

Mit „Macht.Worte“ startet im November eine neue Diskussionsreihe von Nemetschek Stiftung und Münchner Volkstheater.

 

Die gegenwärtige Diskussionskultur, Klimawandel, die steigende soziale Ungleichheit, der Wahlausgang in Thüringen, eine gleichberechtigte Gesellschaft – es gibt viele herausfordernde Themen, für die uns manchmal die Worte fehlen. Nicht reden ist aber auch keine Lösung, denn Gesellschaft kann immer nur im Gespräch gestaltet werden. Mit der Reihe „Macht.Worte“ setzen die Nemetschek Stiftung und das Münchner Volkstheater ihre bewährte Zusammenarbeit der vergangenen Jahre mit einem Triple zum Thema „Demokratie“ fort. Gäste aus unterschiedlichen Bereichen suchen gemeinsam nach den richtigen Worten zu Themen, die bewegen.

Stirbt langsam? Auftaktveranstaltung im November

Auftakt ist Ende November unter der Überschrift „Stirbt langsam? Diskussionskultur einer aufgeregten Gesellschaft“. Wie beeinflussen soziale Medien unsere Meinungsbildung? Wieso halten wir Ambivalenzen heute so schlecht aus und verlangen stattdessen nach einfachen, aber unverrückbaren Positionen? Welche Auswirkungen hat diese Polarisierung der Meinungen auf unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt? Und was können wir tun, um die öffentliche Gesprächskultur wieder zu stärken? Empörung, Aufregung und Wut bestimmen die Lautstärke der Diskussionen und verändern die etablierte demokratische Streitkultur. Eine Zeit mit komplexen und globalen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen erfordert aber mehr denn je freies und konstruktives Denken und Abwägen, um kluge und zukunftsorientierte Lösungen entwickeln zu können.

Streitlustiges Podium

Philipp Hübl, Philosoph und Autor hat in seinem Buch „Die aufgeregte Gesellschaft“ analysiert, wie Emotionen unsere Moral prägen und die Polarisierung verstärken. In „Bullshit-Resistenz“ setzte er sich mit Lügen, Fake-News und Verschwörungstheorien auseinander. Er diskutiert mit der Politikwissenschaftlerin Sophie Pornschlegel vom unabhängigen Think-Tank „Das Progressive Zentrum“. Pornschlegel hat unter anderem für einen Labour-Abgeordneten in Westminister gearbeitet und sich mit Populismus und der Zukunft liberaler Demokratie beschäftigt. Einem gepflegten Streit würde auch die Dritte im Bunde bei dieser Diskussionsrunde niemals aus dem Weg gehen: Meredith Haaf hat 2007 den feministischen Blog Mädchenmannschaft gegründet, mehrere Bücher geschrieben, darunter eines, indem Sie ihre Leserinnen und Leser zum Streit auffordert. Heute ist Meredith Haaf Redakteurin der Süddeutschen Zeitung. Moderiert wird der Abend von Silke Zimmermann. Die studierte Theaterwissenschaftlerin und Soziologin ist Programmleiterin und Kuratorin sowie Mitglied der Geschäftsführung der Nemetschek Stiftung. Lesung: Pola Jane O`Mara, Vincent Sauer.

Zurück