Nemetschek Forum

Volksherrschaft oder Zuschauerdemokratie? Wie viel Streit brauchen wir in der Politik? Wie viel Vertrauen braucht die Demokratie? Zu diesen und anderen Fragen bietet das Nemetschek Forum zweimal im Jahr in der Black Box im Gasteig frische Denkanstöße.

Dabei gibt die Diskussionsveranstaltung Raum für den unmittelbaren Meinungsaustausch: Die Zuschauer sind aufgefordert, mittels verschiedener Abstimmungen interaktiv in den Diskussionsverlauf einzugreifen. So entstehen durch unterschiedliche Standpunkte und kontroverse Meinungen in Echtzeit Stimmungsbilder zu aktuellen Themen.

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Die Veranstaltungsreihe wurde 2012 im Rahmen der Stiftungskampagne „Das ist Demokratie.“ ins Leben gerufen. Unter der Moderation von Wolf-Christian Ulrich (ZDF) diskutieren auf dem Podium jeweils drei Gäste über unterschiedliche Aspekte von Demokratie.

Das Forum am 4. Oktober 2016

Mehr Transparenz in der Politik – diese Forderung ist seit einigen Jahren scheinbar allgegenwärtig. Ihre Anhänger erhoffen sich größere Chancengleichheit politischer Interessen, weniger Machtmissbrauch und mehr Vertrauen in die politischen Eliten.

Aber: Bedeutet mehr Transparenz tatsächlich mehr Demokratie? Welche Bedeutung haben Geheimnisse für die Politik in einem demokratischen Staat? Was ist die Rolle von Medien und Whistleblowern in der Transparenzgesellschaft? Und wie spielen Geheimnis und Transparenz mit Verantwortung und Moral zusammen?

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Christian Fuchs

„Geheimnisse gefährden die Demokratie“

… sagt der Investigativ-Journalist und Autor Christian Fuchs. Er arbeitete u.a. für DIE ZEIT, die ARD und den Rechercheverbund der Süddeutschen Zeitung und des NDR. Im Bestseller „Geheimer Krieg“ deckte er auf, wie das US-Militär mit einem geheimen Programm Drohnen-Einsätze von Deutschland aus steuert. Er findet, solche Entscheidungen sollten nicht von Diplomaten in Hinterzimmern getroffen, sondern öffentlich debattiert werden.


Emmanuel Alloa

„Noch nie war eine Forderung so konsensfähig wie die Forderung nach »mehr Transparenz«“

… sagt der Philosoph Emmanuel Alloa – und betrachtet dies eher skeptisch. Alloa ist Assistenzprofessor für Kulturtheorie und Kulturphilosophie an der Universität St. Gallen und forscht aktuell zur „Kritik der Transparenzgesellschaft“. Er findet die gläserne Gesellschaft, von der sich viele erhoffen, dass sie ein potentes Mittel zur Lösung sozialer und politischer Probleme sein kann, nicht uneingeschränkt erstrebenswert.


Jörn Knobloch

„Es kann auch in der Demokratie legitime Geheimnisse geben“

… sagt der Politikwissenschaftler Jörn Knobloch. Er forscht an der Universität Potsdam u. a. zum Verhältnis von Demokratie und Geheimnis. Für ihn gilt: Je transparenter der Staat, desto demokratischer ist er. Denn durch Geheimnisse werden den Bürgern – und damit dem Souverän – Informationen vorenthalten. Sie müssen deshalb die Ausnahme sein und sollten nur in der Sicherheitspolitik als Notmittel akzeptiert werden.

 

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